Krampfadern – die Varikose

Tuesday, 08. December 2009

VARIKOSE  / Krampfader = mittelhochdeutsch  Krummader – d.h. krumme, geschlängelte Ader.

Eine Varize, so nennt man auch die Krampfader, ist nicht nur eine geschlängelte, sondern auch eine erweiterte Vene. Im alter zwischen 18 und 80 Jahren sind nur etwa 10% der deutschen Bevölkerung völlig frei von Krampfadern oder Besenreisern, 25%  weisen eine therapiepflichtige Varikose auf.  Man spricht sogar heute von einer  Volkskrankheit.

Nicht jede Varikose bedeutet gleich Krankheit. Manchmal handelt es sich lediglich um ein kosmetisches Problem. Allerdings kann die Diagnose nur ein Arzt mittels einer  Ultraschalluntersuchung feststellen, da nicht nur die Beschwerden allein den Schweregrad einer Varikose ausmachen.  Leider finden sich tatsächlich häufig mehrere Formen der Varikose am gleichen Bein. Auch eine nicht sichtbare Stammvenenvarikose kann eine kosmetisch störende Besenreiservarikose auslösen.

Formen der Varikose:

Die Besenreiservarikose:

ungefährliche, oberflächliche sichtbare Venenverästelung – sind lediglich ein kosmetisches Problem.

Behandlungsmöglichkeiten: Laserung  oder medikamentöse Verödung.

Die Seitenastvarikose:

Seitenäste der großen Stammvenen – oft nicht nur ein kosmetisches Problem , sie ist häufig symptomatisch für eine nicht richtig funktionierende tiefe Stammvene.

Behandlungsmöglichketen: Miniphlebektomie, Laserung, Verödung.

Stammvenenvarikose:

betroffen sind die tiefen Venen,  meist die Vena saphena magna (große Vene/Rosenvene) und die Vena saphena parva  – eine medizinische Behandlung ist notwendig

Behandlungsmöglichkeiten:

endoluminale Lasertherapie, Radiofrequenztherapie ( ClosureFast ),  Strippingmethode, SVS.

In manchen Fällen ist auch eine konservative Therapie, wie kalte Beinduschen, Gymnastik oder die Kompressionstherapie ausreichend oder zumindest zur Linderung der Beschwerden eine Alternative.

Auslösende Faktoren für eine Varikose können  unterschiedlichen Ursprungs sein :

Schwangerschaft, Übergewicht, Bewegungsarmut, stehende oder sitzende Berufsgruppen. Im Wesentlichen spielt aber die erblich bedingte Anlage zur Ausbildung einer Venenschwäche  die entscheidende Rolle:

Die geschwächten Venenwände können dem venösen Druck nicht genügend Widerstand entgegenbringen. Das Blut kann nicht mehr ausreichend zum Herzen hin transportiert werden – die Venenwände erweitern sich. Durch die Überdehnung der Gefäßwände werden die Venenklappen, die die Aufgabe haben das Blut zum Herzen zurück zu transportieren, geschädigt – das Blut versackt in oberflächliche Gefäße, Beinschwellung (Ödeme) und Beinschwere können auftreten.

Leider sind nicht selten die oberflächlich sichtbaren und unschönen Venen die Spitze des Eisberges – also nur ein Symptom eines krankhaften, tiefer liegenden Gefäßes. Daher ist eine Abklärung bei einem Venenspezialisten (Phlebologe) auch so wichtig.

Mögliche Komplikationen bei Nichtbehandlung der erkrankten tiefen Venen:

Die TVT tiefe Venenthrombose (kann in Folge einer Lungenembolie tötlich verlaufen),

CVI  – Chronisch venöse Insuffizienz  = „offener Fuß“

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