Hirnlähmung durch Botox?

Thursday, 20. May 2010

Laut dpa Pressemeldung vermuten amerikanische Forscher nach einer Studie mit 20 Frauen, in der ein Sprachtest vor und nach einer Botox-Behandlung unterzogen wurden, dass das Gehirn ein Feedback der Gesichtsmuskeln benötigt um Emotionen steuern zu können.

Injektion“Nach der Therapie benötigten die Frauen eine Sekunde länger, um etwa folgenden Satz zu verstehen: “Sie verabschieden sich von einem guten Freund, den sie nie wieder sehen werden.”

http://www.stuttgarter-nachrichten.de

Droht also nach einer Botox-Behandlung die soziale Isolation?

Wir glauben eher nicht an gravierende Beeinträchtigungen, denn auch Patienten die über Jahrzehnte wegen chronischen Augenmuskelverkrampfungen mehrmals pro Jahr weitaus höhere Botox Dosen erhalten haben, sind bisher noch kommunikationsfähig geblieben.

Außerdem stellt sich die Frage, wie eine ganze Kultur im asiatischen Sprachraum es bisher vermochte auch ohne ausdrückliche Mimik untereinander sprachlich in Kontakt zu treten. Durch fehlende Mimik kann die Hirnlähmung nicht stark sein.

5 Kommentare

  1. chefarztNo Gravatar :

    Diesen Zusammenhang kann ich nur sehr schwer nachvollziehen. Im Übrigen habe ich selbst sogar 2s gebraucht um den o.g. Satz zu kapieren. Ohne Botox.

  2. utemonicaNo Gravatar :

    @chefarzt: …aber bei dir könnte das vielleicht auch an der Höhenluft liegen? 😉

  3. chefarztNo Gravatar :

    Stimmt, aber nur noch bis morgen, dann geht es wieder Richtung Heimat. Zu Hause werde ich den Satz nochmal prüfen …

  4. BenedictaNo Gravatar :

    …und ich dachte immer, die Hirnlähmung läge schon VOR der Botox-Injektion vor… (SCNR, ich schäm mich ja schon).

    Von wegen “keine Mimik im asiatischen Raum”: das ist so nicht richtig, Asiaten drücken Mimik nur anders aus als Europäer. Während bei uns die Mundregion wichtig ist, sind es dort die Augen (darum auch die riesigen Augen der Mangafiguren).

    Zum Thema “Kommunikationsfähigkeit”: von “nicht mehr kommunikationsfähig” war ja nicht die Rede in der Studie, sondern nur von “längerer Informationsverarbeitung”. Das ist ein Unterschied. Und es ist auch ein Unterschied, ob so eine verzögerte Informationsverarbeitung durch eine rein kosmetische Behandlung ausgelöst wird, oder ob die Behandlung medizinisch begründet ist – chronische Augenmuskelverkrampfungen sind (vermutlich) der Informationsverarbeitung auch nicht wirklich förderlich.

  5. Dr. Thomas ProebstleNo Gravatar :

    … also die kosmetische BTX-Therapie der Mundregion hat weltweit nur untergeordnete Bedeutung. Auch in Mitteleuropa behandeln wir hauptsächlich die Nachbarschaft der Augen, um Lachfalten (Krähenfüße) oder Zornesfalten zu mildern und den Patienten einen entspannteren Ausdruck zu verleihen – jeder kann sich in einem Strassencafe einmal einen Überblick darüber verschaffen, wie viele Menschen tatsächlich so hochkonzentriert die Augenbrauen zusammenkneifen, als würden sie gerade große Zahlen miteinander multiplizieren

    ..ich darf hier ausserdem anmerken, dass die Tatsache, dass Patienten zur kosmetischen BTX-Therapie zu uns nach Mannheim kommen – und sich eben nicht irgendwo behandeln lassen – allein schon auf erhöhte Hirnleistungesreserven schließen lässt und daher der sicheren Behandlung nichts im Wege steht…