Lipoedem – Teil 7

Friday, 10. December 2010

Operative Therapiemöglichkeiten des Lipoedems

Die operative Therapie bezweckt die Beseitigung bzw. deutliche Verminderung des krankhaft vermehrten Fettes. Die Fettabsaugung wurde bis Anfang der 1990er Jahre noch mittels großer und scharfer Kanülen in Vollnarkose ohne vorherige Auffüllung des Unterhautgewebes mit Flüssigkeit durchgeführt. Bei diesem Vorgehen gab es nicht nur häufig schlechte kosmetische Ergebnisse, sondern teilweise auch gefährliche Blutungen sowie Lymphgefäßverletzungen. Somit wurde dieses Verfahren zu Recht kritisch beurteilt und inzwischen verlassen.

Aufgrund neuer Entwicklungen bei der Liposuktion in den letzten 10-15 Jahren ist es heute möglich das vermehrte Fettgewebe sehr sicher und mit sehr gutem Erfolg abzusaugen. Das Ergebnis der gewebeschonenden Liposuktion konnte durch den Einsatz örtlicher Betäubungsverfahren in Form der Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) und durch die Anwendung dünner, atraumatischer Kanülen – bei Beachtung der international etablierten Leitlinien – erzielt werden; zudem sind die bei normalem Heilungsverlauf zu erwartenden kosmetischen Ergebnisse sehr gut. Die Liposuktion hat sich zu einem Standardverfahren etabliert, das weltweit nicht mehr nur aus kosmetischen, sondern auch aus medizinischen Gründen eingesetzt wird.

Dank des Einsatzes der modernen, dünnen Kanülen haben die Einstichstellen nur noch eine Länge von ca. 4 mm und müssen nicht mehr genäht sondern nur noch geklebt werden. Zudem verhindern stumpfe Kanülen ungewollte Schnitt- oder Stichverletzungen und sorgen  für eine hohe Sicherheit des Eingriffs, die umliegenden Nerven und Gefäße werden weitgehend geschont.

Die  Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) gilt in Bezug auf das Betäubungsverfahrens als Methode der Wahl. Dabei werden mehrere Liter einer stark verdünnten Betäubungslösung in großen Mengen in das Unterhautgewebe eingebracht. Bei der Absaugung wird dann ein dünnflüssiges Fett-Lösungs-Gemisch entfernt. Pro Eingriff sollten nicht mehr als etwa 4 Liter reines Fett entfernt werden, somit sind bei vielen Betroffenen mehrere Sitzungen im Abstand von wenigen Tagen bis zu einigen Wochen notwendig.

Erfahrungsgemäß lässt sich durch eine Operation nicht nur die äußere Erscheinung, sondern vor allem das Beschwerdebild deutlich verbessern. Es werden nicht nur harmonische Körperproportionen hergestellt, sondern auch die Ödeme und die Schmerzempfindlichkeit des Gewebes beseitigt oder wenigstens deutlich reduziert.

Postoperativ tritt für einen Zeitraum von rund 4 bis 6 Wochen regelmäßig eine vermehrte Schwellneigung auf. Aus diesem Grund sollte die physikalische Therapie mittels MLD bereits wenige Tage nach dem Eingriff wieder begonnen bzw. weitergeführt werden. Nach der Operation sollte für 4 bis 6 Wochen ein spezielles Kompressionsmieder getragen werden.

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